Die Workshops beim Forum Citizen Science

Forum Citizen Science

Beim Forum Citizen Science trifft sich am 22. September 2017 in Berlin die deutsche Citizen-Science-Community. Die Teilnehmenden, u.a. aus Gesellschaft, Wissenschaft und Politik, diskutieren über die Zukunft der Bürgerforschung, tauschen praktische Erfahrungen aus und entwickeln Ideen für gemeinsame Zusammenarbeit.

Noch bis 15. September anmelden!

Alle Infos, gesamtes Programm und Anmeldung hier.

 

WORKSHOPS 1 // 13:30 – 14:30

Netzwerk buergerschaffenwissen.de. Welche Potenziale hat die Plattform?
Moderation: Kristin Oswald, Blog Bürger Künste Wissenschaft
Input: David Ziegler, Museum für Naturkunde Berlin

Seit 2014 wird Bürgerforschung in Deutschland durch die Online-Plattform buergerschaffenwissen.de präsentiert, gebündelt und vernetzt. Mittlerweile stellen über 90 Projekte aus verschiedensten Fachdisziplinen hier ihre Aktivitäten vor. Das Team von buergerschaffenwissen.de berät außerdem Citizen Science Projekte in kommunikativen und wissenschaftlichen Fragen und bietet verschiedene andere Serviceleistungen. Doch wo soll es hingehen mit der Online-Plattform? Wie kann diese die Bürgerforschung sinnvoll unterstützen und was haben Projekte davon, wenn sie sich auf der Plattform präsentieren? In diesem Workshop möchten wir Ihre Ideen und Wünsche sammeln und gemeinsam Potentiale herausarbeiten.

 

Heute, morgen und übermorgen. Motive für Engagement in der Bürgerforschung
Leitung: Anett Richter & Susanne Hecker, iDiv

Bürgerinnen und Bürger können sich kurz- oder langfristig zum Beispiel in Monitoring-Projekten engagieren. Warum sie bei solchen Citizen-Science-Aktionen mitmachen, kann verschiedene Gründe haben und ist sicher auch eine Frage der thematisch-inhaltlichen Fragestellung des Projekts.
Unser Workshop geht der Frage nach, welche Motive für lang- und kurzfristige Beteiligungen in Citizen Science existieren, und welche Bedeutung dies für die Konzeption und Koordination von Citizen Science hat. Wir laden Citizen Science Aktive ein, sich in den Workshop mit ihrem Wissen und ihren Erfahrungen einzubringen und freuen uns auf die Vielfalt an Motiven in Citizen Science.

 

Co-Design in Theorie und Praxis
Moderation: Katrin Vohland, Museum für Naturkunde Berlin
Input:  Antonia Humm, Botanischer Garten und Botanisches Museum Berlin

Kommentar: Ulli Vilsmaier, Leuphana Universität Lüneburg

„Co-Design“ beschreibt eine gleichberechtigte, weitreichende Zusammenarbeit zwischen Ehrenamtlichen und der institutionalisierten Wissenschaft. In der wissenschaftlichen Diskussion um Citizen Science spielt Co-Design eine große Rollen und wird von Fürsprechern aus Wissenschaft, Politik und Gesellschaft immer wieder eingefordert. Ein Blick in die deutsche Citizen Science-Landschaft zeigt jedoch, dass nur wenige Bürgerforschungsprojekte dem hohen Anspruch einer Partizipation auf Augenhöhe gerecht werden können. Auf Grundlage eines Erfahrungsberichts aus einer Co-Creation/Co-Design Gruppe des Botanischen Gartens Berlin wollen wir den Ansatz in Theorie und Praxis diskutieren.

 

WORKSHOPS 2 // 14:30 – 15:30

Open Science und die Bürgerforschung – Welche Offenheit braucht Citizen Science?
Leitung: Claudia Göbel, European Citizen Science Association (ESCA) & Christopher Schwarzkopf, Wikimedia Deutschland e.V.

Citizen Science wird immer öfter im Zusammenhang mit sogenannter „Offener Wissenschaft“ diskutiert und teils, wie in der Europäischen Forschungspolitik, sogar als Unterpunkt von Open Science angesehen. Das eröffnet zum einen Möglichkeiten, zum anderen entstehen damit auch neue Ansprüche an Bürgerforschungsprojekte. Ein Beispiel wäre, wenn es nicht nur wünschenswert wäre, Ergebnisse von Citizen Science-Projekten durch entsprechende Dokumentation und Ablage für andere nachnutzbar zu machen, sondern notwendiges Kriterium, um ein Bürgerforschungsprojekt auf einer nationalen CS Plattform zu veröffentlichen. Wo stehen die Citizen Science Projekt in Deutschland diesbezüglich? Wer praktikziert bereits (oder auch nicht) Offene Wissenschaft, auf welche Art und Weise und aus welchen Gründen? Und wie sehen Anforderungen an ein Konzept von Offener Wissenschaft aus Sicht der Citizen Science aus? Der Workshop wird einen Überblick geben über den Stand wissenschaftspolitischer Diskussionen zu Open Science und Citizen Science und diese Fragen mit den Teilnehmenden diskutieren.

 

Bewertungssysteme statt Daten sammeln – neue Anwendungsfelder für Citizen Science

Leitung: Heinrich Söbke, Bauhaus-Universität Weimar

Jedes Citizen-Science-Projekt ist gekennzeichnet durch die Ergebnisse, die erzielt werden sowie die Aktivitäten, die dabei von den Bürgern ausgeführt werden. Beispielsweise ist das wesentliche Ergebnis von FoldIt die räumliche Struktur von Molekülketten. Diese wird durch die Aktivität des Lösens von dreidimensionalen Puzzles von Bürgern ermittelt.
Die Aktivitäten und Ergebnistypen der Mehrzahl aktueller Citizen-Science-Projekte stammen jedoch aus einer relativ kleinen Menge von Ergebnissen und Aktivitäten. Zum Beispiel gehört hierzu das Erfassen von ortsbezogenen Daten (Tierbeobachtungen, Messungen) zur Erstellung von Übersichtskarten oder die Verschlagwortung von Bildern.
Die Erweiterung möglicher Aktivitäts- und Ergebnistypen kann zu einer Perspektiverweiterung für Citizen Science beitragen, da dadurch die Anzahl potentieller Anwendungsfälle erhöht werden würde. Beim Workshop werden derzeitigen Aktivitäten und Ergebnisse in Citizen-Science-Projekten analysiert und gemeinsam neue gesammelt.

 

The good, the bad and the ugly - Erkenntnisse aus der Partizipationspraxis

Leitung: Katrin Hille, experimenta Heilbronn – Das Science Center

Dieser Workshop trägt Beispiele für Partizipation aus den Erfahrungen der Teilnehmer zusammen und untersucht sie. Wir extrahieren gemeinsam die Gelingens- und Misslingensbedingungen, reflektieren diese an bestehenden Theorien und diskutieren ihre Relevanz. Die Ergebnisse werden im Nachgang verschriftlicht und Interessierten zur Verfügung gestellt.