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Buerger schaffen Wissen

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Über Permafrost, große Gefühle und inklusive Bürgerforschung: BMBF fördert 15 Citizen-Science-Projekte

04. Februar 2021 von Florence Mühlenbein

Welche Auswirkungen hat das Auftauen des Permafrosts auf das Ökosystem weltweit? Wie wird Geschichte in den sozialen Medien erzählt? Wie beschreiben Menschen große Gefühle in alten Liebesbriefen? Und wie kann Bürgerwissenschaft inklusiv gedacht werden?

Mit diesen und weiteren Fragen setzen sich in den kommenden Jahren 15 Citizen-Science-Projekte auseinander, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) im Zuge der zweiten Förderrichtlinie Citizen Science fördert. Insgesamt beläuft sich die Förderung auf 9 Millionen Euro mit einer Projektlaufzeit von bis zu vier Jahren. Das Besondere an der zweiten Förderrichtlinie: In den kommenden vier Jahren findet eine Begleitforschung zur Förderrichtlinie statt. So sollen bisherige Förderaktivitäten des BMBF im Bereich Citizen Science analysiert und auf verschiedenen Ebenen die Auswirkungen von Citizen-Science-Projekten beleuchtet werden.

Die Vielfalt der 15 geförderten Citizen-Science-Projekte zeigt sich dabei nicht nur in den unterschiedlichen Forschungsthemen und angesiedelten Disziplinen, sondern auch bei den abwechslungsreichen Möglichkeiten des gemeinsamen Forschens: So können beispielsweise Bürgerforschende im Verbundprojekt FLOW des BUND den ökologischen Zustand der Fließgewässer monitoren und Proben mit Insekten und wirbellosen Tieren in Bächen entnehmen und bestimmen. Aber auch ein Forschen über die Landesgrenzen hinaus ist möglich: Im Projekt „Undercover Eisagenten” nehmen Gemeindemitglieder und Schüler*innen in der kanadischen Arktis Drohnendaten auf, die die Auswirkungen der Klimaerwärmung festhalten sollen. Diese werden anschließend in Deutschland gemeinsam ausgewertet. Eine ganz andere Form des Mitforschens ermöglicht das Verbundprojekt „Mein Ding – Ich bin, was ich (nicht) habe“, das von der TU Berlin koordiniert wird. Hier können Bürgerforscher*innen zunächst an sich selbst erproben, was das Minimieren von Gebrauchsgegenständen im Haushalt mit ihnen macht und dies gemeinsam im Projekt diskutieren, bevor weitere Interessierte aus dem Umfeld eingebunden werden.

Neben der Erforschung der einzelnen Themen in Zusammenarbeit und im Austausch mit Bürger*innen steht dabei laut Forschungsministerium Anja Karliczek auch ein weiteres ganz klares Ziel im Vordergrund: „Wir wollen die Bürgerforschung in Deutschland nachhaltig im Wissenschaftssystem verankern“. Und sie ergänzt: „Gerade in Zeiten der COVID-19 Pandemie zeigt sich, wie wichtig und ertragreich eine stabile Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft sein kann. Das Interesse der Bürgerinnen und Bürger an Wissenschaft und Forschung war noch nie so groß wie jetzt.”

Das sind die 15 Projekte (in alphabetischer Reihenfolge):

  • Verbundprojekt | Be WIZZARD – Bürgerinnen und Bürger entwickeln wissenschaftliche Initiative zur Zukunftssicherung der Ammerländer Resilienz und Daseinsvorsorge, Verbundkoordination: Kreisvolkshochschule Ammerland 
  • Projekt | CS:iDrop – Citizen Science: investigation of Drinking-water of and by the public, RuhrUniversität Bochum
  • Verbundvorhaben | IncluScience – Disability Mainstreaming in Wissenschaft und Praxis, Verbundkoordination: Sozialhelden e.V.
  • Verbundvorhaben | IGAMon-Dog - Hundehalter*innen unterstützen die Suche und eindeutige Bestimmung von Vorkommen invasiver Pflanzen- und Tierarten (IGAMon-Dog), Verbundkoordination: Unabhängiges Institut für Umweltfragen e.V.
  • Verbundprojekt |„FamGesund - Familiale Gesundheitskompetenz als Bildungsherausforderung bei schwerer Erkrankung“, Verbundkoordination Katholischen Hochschule für Sozialwesen Berlin
  • Verbundprojekt | „FLOW - Citizen Scientists erforschen bundesweit die Insektendiversität und die Pestizidbelastung kleiner Fließgewässer“, Verbundkoordination BUND
  • Projekt | „GINGER – Gemeinsam Gesellschaft erforschen“, Koordination: Universität Bremen
  • Verbundprojekt | „Gruß & Kuss - Briefe digital. Bürger*innen erhalten Liebesbriefe“, Verbundkoordination: Technische Universität Darmstadt
  • Verbundprojekt | „Mein Ding – Ich bin, was ich (nicht) habe“, Verbundkoordination Technische Universität Berlin
  • Verbundprojekt | „MigOst - Ostdeutsche Migrationsgesellschaft selbst erzählen: Bürgerschaftliche Geschichtswerkstätten als Produktionsorte für Stadtgeschichten“, Verbundkoordination Technische Universität Dresden
  • Verbundprojekt | „Pflanze KlimaKultur!“, Verbundkoordination: Freie Universität Berlin
  • Verbundprojekt | „SelEe - Seltene Erkrankungen bürgerwissenschaftlich erforschen“, Koordination Hochschule Hof
  • Verbundprojekt | „Social Media History - Geschichte auf Instagram und TikTok“, Verbundkoordination: Universität Hamburg
  • Verbundprojekt | „Undercover Eisagenten - Bürgerwissenschaftler*innen in Deutschland und Kanada erforschen gemeinsam das Auftauen des arktischen Permafrostes anhand von Drohnen- und Satellitenbildern“ , Verbundkoordination: Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI)
  • Projekt | „Wohnqualität - Forschen mit Kindern und Jugendlichen zur Wohnqualität in der Großwohnsiedlung“, Verbundkoordination Technische Universität Berlin

Die Projekte im Detail

Zur Pressemitteilung von Forschungsministerin Anja Karliczek

Interesse geweckt? Wer bereits jetzt mitforschen möchte, wirft einen Blick auf unsere Projekt-Datenbank und kann sich dort beispielsweise auch nur Projekte anzeigen lassen, bei denen man online mitforschen kann. Und für alle, die sich für Corona und die Auswirkungen auf Gesundheit und Gesellschaft interessiert, findet hier eine Auswahl an Projekten.

Florence Mühlenbein

Projektmanagerin und Online-Redakteurin. Florence betreut die Plattform, kümmert sich um die Social-Media-Kanäle und berät Projekte im Bereich Wissenschaftskommunikation.

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