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„Knowledge for Change”: Warum ein Fachpublikum über Citizen Science und Nachhaltigkeit diskutieren wird 

01. Juli 2020 von Florence Mühlenbein

Am 1. Juli 2020 übernimmt Deutschland die EU-Ratspräsidentschaft, in deren Rahmen das Museum für Naturkunde Berlin die Konferenz “Knowledge for Change: A decade of Citizen Science (2020-2030) in support of the SDGs” vom 14. – 15. Oktober 2020 in der Kulturbrauerei Berlin organisiert. Wir haben mit dem Organisationsteam über die Ziele und die Herausforderungen der Konferenz gesprochen.

Im Oktober findet die große Konferenz in Berlin statt, die die 17 UN-Nachhaltigkeitsziele in den Fokus rückt, und die von euch am Museum für Naturkunde umgesetzt wird. Wie gehören die Themen UN-Nachhaltigkeitsziele und Bürgerforschung aus eurer Sicht zusammen und könnt ihr schon einen Einblick geben, welche Schwerpunkte auf der Konferenz diskutiert werden? 

Das Ziel der Konferenz wird es sein, die vielfältigen Ansätze und Forschungsthemen von Citizen-Science-Projekten zu zeigen, und ihren positiven Beitrag zur Umsetzung der von den Vereinten Nationen formulierten Ziele für die nachhaltige Entwicklung (SDGs) herauszustellen. Dafür planen wir auch eine Deklaration. (Silke Voigt-Heucke)

An wen richtet sich die Konferenz?  

Die Konferenz verbindet die Expertise von Citizen-Science-Initiativen und -projekten mit denen der akademischen Wissenschaft, Ökonomie, Nichtregierungsorganisationen und der Zivilgesellschaft, um gemeinsam Mechanismen und Prozesse für einen nachhaltigen Wandel der Gesellschaft zu diskutieren. Deshalb sprechen wir vor allem Citizen-Science-Projekte und politische Entscheidungsträger*innen aus allen Ländern an, aber natürlich auch Wissenschaftler*innen und Vertreter*innen der Industrie. Wir möchten, dass die Leute – hier Interessenvertreter*innen aus verschiedenen Bereichen – ins Gespräch kommen. (Claudia Fabó Cartas)

Was steckt hinter der Deklaration? Wer kann sich beteiligen und welches Ziel verfolgt ihr mit der Deklaration?  

Die Konferenz soll natürlich auch ein konkretes Ergebnis liefern und zwar in Form einer Deklaration mit Politikempfehlungen. Mit dieser verpflichten sich alle Seiten freiwillig, die herausragende Rolle der Citizen Science zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen anzuerkennen und deren Potential stärker auszuschöpfen. Damit die Deklaration wirklich alle anspricht und auch alle Akteure ihre Interessen, Wünsche und Erfahrungen darin verwirklicht sehen, haben wir sie von Anfang an in den Prozess der Formulierung eingebunden. Wir laden also alle interessierten Personen zu einem offenen Prozess der Abstimmung über die notwendige Rolle, die spezifischen Kompetenzen und die besonderen Potentiale der Citizen Science für den nachhaltigen Wandel der Gesellschaft. Dazu führen wir mithilfe von ECSA, dem Verein der europäischen Bürgerwissenschaft, und mit der europäischen Citizen-Science-Plattform EU-Citizen.Science zwei Online-Workshops durch. In diesen offenen Webinaren können sich alle Interessierten und Engagierten bei der Sammlung von Ideen und Ansätzen für die Deklaration einbringen. (Jörn Knobloch)

Die UN-Nachhaltigkeitsziele betreffen uns alle. Wie kann man als Einzelne*r mehr über die Ziele erfahren und sich dafür stark machen? 

Da gibt es natürlich vielfältige Möglichkeiten. Einerseits kann man sich online über die UN-Nachhaltigkeitsziele informieren und etwas im eigenen Alltag verändern. Andererseits erreicht man gemeinsam mehr als alleine. So kann man sich mit anderen Leuten zusammentun und eine Initiative gründen (oder sich einer bestehenden Initiative anschließen) oder sich konkret für die Forschung engagieren. Und das ist auch unser Fokus: Citizen Science bedeutet ja im Endeffekt, dass Bürger*innen sich an wissenschaftlichen Prozessen beteiligen, um neues Wissen zu generieren. Dieses neue Wissen kann uns dabei helfen, unser Umfeld zu ändern und zu den UN-Nachhaltigkeitsziele beizutragen. Neben der Konferenz wird es im Hof der Kulturbrauerei noch das Festival „Mitforschen!“ geben. Dort können Bürger*innen Citizen-Science-Projekte kennenlernen und an den Ständen Verschiedenes ausprobieren. Während sich das Festival an interessierte Bürger*innen und damit die allgemeine Öffentlichkeit richtet und zum Tüfteln und Mitforschen einlädt, handelt es sich bei der Citizen-Science-SDG-Konferenz um eine Fachtagung. (Claudia Fabó Cartas)

In Hinblick auf die derzeitige Lage, gibt es Herausforderungen mit denen ihr vorher nicht gerechnet habt? 

Ja, natürlich! Die Corona-Krise zwingt uns, das geplante Konferenzformat anzupassen, da wir nicht sicher sein können, ob wir ein Event mit mehreren hundert Menschen durchführen können. Im März sah es diesbezüglich ja noch kritischer aus, weshalb wir frühzeitig ein hybrides Format der Konferenz entwickelt haben. Neben der Teilnahme vor Ort in der Kulturbrauerei, die durch Vorgaben sicher eingeschränkt wird, öffnen wir deshalb die Konferenz für virtuelle Formate. Dadurch können mehr Menschen ohne aufwendige Reisen teilnehmen und viele werden durch die niedrigschwelligen Bedingungen für die Online-Teilnahme motivierter sein, an der Konferenz teilzunehmen. Das passt auch sehr gut zum Thema der Konferenz: Citizen Science. Die zu erwartende höhere Teilnahme von Menschen an der Online-Konferenz ermöglicht eine breitere, d.h. inklusivere Diskussion und einen dynamischeren Wissensaustausch, was auch dem Thema der Konferenz: „Wissen für den Wandel" zugutekommt. (Silke Voigt-Heucke)

Zum Abschluss: Was wünscht ihr euch für die Konferenz? 

Wir würden uns sehr darüber freuen, wenn sehr viele Leute online teilnehmen, da die Teilnahme vor Ort wahrscheinlich aufgrund der Abstandsregelungen eingeschränkt wird. Natürlich ist auch ein großer Wunsch von uns, dass die Deklaration gut ankommt und viel Resonanz findet in der Citizen-Science-Community! (Claudia Fabó Cartas)

Über das Organisationsteam am Museum für Naturkunde:

Claudia Fabó Cartas: Studierte Politikwissenschaftlerin, seit März Mitarbeiterin am Museum für Naturkunde im Bereich Wissenschaft und Gesellschaft. Als Projektmanagerin ist sie für die Organisation der Tagung zu Citizen Science und den SDGs zuständig.

Jörn Knobloch: Als Politikwissenschaftler und Mitarbeiter am Museum für Naturkunde im Bereich Wissenschaft und Gesellschaft organisiert er den Prozess zur Erarbeitung der Deklaration. Zudem arbeitet er in einem Projekt zu Open Science.

Silke Voigt-Heucke: Forscht am Museum für Naturkunde Berlin zu partizipativer Forschung und leitet das dort im Aufbau befindliche Kompetenzzentrum Citizen Science. Als Projektkoordinatorin ist sie für die inhaltliche Ausgestaltung der Tagung zuständig. 

Weitere Informationen zur Konferenz:

Kontakt in Bezug zur Deklaration: Joern.Knobloch[at]mfn.berlin
Kontaktmail für die Konferenz allgemein: CS-SDGs[at]mfn.berlin 

Wenn Sie weiterhin informiert werden wollen, melden Sie sich bitte hier an oder folgen Sie dem Twitter-Profil der Tagung.

This project has received funding from the European Union’s Horizon 2020 research and innovation programme under grant agreement No. 101000014.

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Florence Mühlenbein

Projektmanagerin und Online-Redakteurin. Florence betreut die Plattform, kümmert sich um die Social-Media-Kanäle und berät Projekte im Bereich Wissenschaftskommunikation.

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