Wissenschaftsbarometer 2019: Knapp jede*r Zweite möchte mitforschen!

20. November 2019 von Florence Mühlenbein

Einmal in einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt mitforschen – das kann sich laut aktuellem Wissenschaftsbarometer fast jede*r zweite Befragte generell vorstellen. Das Wissenschaftsbarometer von Wissenschaft im Dialog ist eine jährliche,  bevölkerungsrepräsentative Umfrage und erhebt die Einstellungen der Bürger*innen in Deutschland gegenüber Wissenschaft und Forschung. Die gute Nachricht: 59 Prozent der Befragten sind an dem Themenbereich Forschung und Wissenschaft interessiert. Nur an lokalen Themen geben die Befragten ein noch ausgeprägteres Interesse an.  

In der Rubrik „Wissenschaft in der Gesellschaft” widmet sich das Wissenschaftsbarometer auch dem Interesse an verschiedenen Arten der Auseinandersetzung mit Forschung und des Austauschs mit Wissenschaftler*innen. Die Ergebnisse verraten: Es gibt viel Potenzial  für die Wissenschaftskommunikation. So sind 64 Prozent interessiert einmal zu erleben, wie Wissenschaftler arbeiten. Auch der Aussage „Ich würde gerne einmal an einem wissenschaftlichen Forschungsprojekt mitforschen” stimmen 49 Prozent voll und ganz oder eher zu – 2017 waren es noch 40 Prozent: „Natürlich überrascht es schon ein wenig, dass nach dem hohen Wert von 2017 jetzt nochmal eine Steigerung auf knapp 50% kam. Die Frage wird nun sein, ob wir diesen Menschen tatsächlich ein attraktives Angebot machen können. Eines, von dem Forschung und die teilnehmenden Bürgerinnen und Bürger gleichermaßen profitieren“, ordnet Markus Weißkopf, Geschäftsführer von Wissenschaft im Dialog, die Ergebnisse ein. 

Einzelgrafik: Wissenschaftsbarometer 2019: Wie sehr stimmen Sie diesen Aussagen zu?

Quelle: Wissenschaftsbarometer 2019 - Wissenschaft im Dialog/Kantar Emnid

Wer hat Interesse am Mitforschen? 

Wirft man einen Blick in die Ergebnisse für verschiedene Subgruppen an Befragten, zeigen sich bei dieser Frage große Unterschiede bezüglich des Interesses an Citizen Science – je nach formalem Bildungsniveau der Befragten. So haben 61 Prozent der Befragten mit einem abgeschlossenen Abitur und/oder Hochschulstudium Interesse am Mitforschen; jedoch sind es nur 50 Prozent der Befragten mit einem mittleren formalen Bildungsniveau und 35 Prozent bei den Befragten mit einem Volks- oder Hauptschulabschluss. 

Bei Zustimmungen von weiteren Aussagen zu den verschiedenen Austauschformaten mit Wissenschaft und Forschung – wie beispielsweise der Aussage „Ich würde gerne einmal erleben, wie Wissenschaftler arbeiten” – waren die Unterschiede hinsichtlich der unterschiedlichen Bildungsniveaus weitaus geringer ausgeprägt. 

Neben dem Bildungsgrad ist auch der Bezug oder die Nähe zur Wissenschaft – sei es als Wissenschaftler*in selbst oder durch die Bekanntheit mit einer Person aus der Wissenschaft – für das Interesse an Citizen Science ein erklärender Faktor. So haben beispielsweise 63 Prozent der Befragten, die zwar nicht selbst in Wissenschaft und Forschung arbeiten oder gearbeitet haben, aber eine*n Forscher*in in ihrem Umfeld kennen, Interesse an einem Citizen-Science-Projekt mitzuforschen, wohingegen die Zustimmung bei Personen, die keinerlei persönliche Nähe zu Wissenschaft und Forschung haben, nur bei 37 Prozent liegt.  

Fest steht: Viele Bürger*innen sind an Wissenschaft und Forschung sowie am Mitforschen interessiert. Nun gilt es die Bürger*innen bei ihrem Interesse abzuholen und das Potenzial, das in Citizen Science steckt, zu heben.  

Wie Wissenschaftler*innen und Akteure aus der Wissenschaft und Forschung auf das diesjährige Wissenschaftsbarometer blicken, kommentieren Gastautor*innen auf wissenschaftskommunikation.de

Zum Wissenschaftsbarometer 2019.

Florence Mühlenbein

Projektmanagerin und Online-Redakteurin. Florence betreut die Plattform, kümmert sich um die Social-Media-Kanäle und berät Projekte im Bereich Wissenschaftskommunikation.

Ein Kommentar

Heinrich Sommerkorn
Sehr geehrte Frau Mühlenbein,
mein Name ist Heinrich Sommerkorn, habe jetzt 73 Wicklungen auf meiner Lebensspule und meine Hobbys sind die Astronomie, alles was mit unserem Planeten zu tun hat und Insekten.
Von Jahr 2000 bis 2008 war ich Referent für Sonderführungen in der Volkssternwarte Köln. Nachdem mich meine Frau bat, ich möge mir doch eine Liege kaufen, dann könnte ich gleich in der Sternwarte bleiben, merkte ich, dass ich mich wie in einem Tunnel bewegte, soviel Freude hat mir das gemacht.
Habe in der Sternwarte aufgehört, aber aufhören kann ich nicht und so habe ich 2009 die "Sternfreunde Erftstadt" gegründet.
Die Führung der Sternfreunde Erftstadt habe ich an jüngere Mitglieder abgegeben und mache nach jetzt nur noch mein Ding.
Über den WDR 5 habe ich persönlichen Kontakt zu dem Wissenschaftsjournalisten vom SWR 2, Udo Zindel bekommen. Er hat mir seine Skripte über "Die Sauerstoffkatastrophe der Erde" überlassen, die man auf meiner Homepage www.sternfreundheinrich.npage.de unter "Die Zeitepochen der Erde" finden kann.
Mein astronomisches Hobby betreibe ich jetzt gut 45 Jahre wobei die Sonne im Mittelpunkt steht und ich dank Internet den Sonnenfleckenzyklus seit 2013 bildlich verfolgen kann und ich hoffe, dass die Natur mir soviel Zeit auf diesem wunderschönen Planeten lässt um den Übergang des jetzigen Sonnenfleckenminimum zum Maximum zu "Erleben", denn Erleben ist so spannend.
Ob und wie ich mich bei Ihnen einbringen kann, weiß ich nicht, habe mich einfach nur mal vorgestellt.
Jetzt wünsche ich Ihnen, ihrer Familie, dem Team eine ruhige und Stressfreie Weihnachtszeit.
Ihr Sternfreund,
Heinrich Sommerkorn.

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