Programm 2019

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Stand des Programms: 19.08.2019.
Ein umfassendes Programm steht am Ende dieser Seite als Download (PDF) für Sie bereit.

MITTWOCH, 25. SEPTEMBER 2019

RAHMENPROGRAMM

19:00 21:00 Uhr: Pub Quiz

Stimmt Euch beim Pub Quiz rund ums Thema „Wissenschaft“ aufs Forum ein! In der gemütlichen Wohnzimmeratmosphäre der Pension Schmidt bilden wir ad hoc kleine Teams, die gegeneinander antreten. Die Teilnahme ist kostenlos, es winken spannende Preise!

Adresse: Pension Schmidt, Alter Steinweg 37, 48143 Münster

DONNERSTAG, 26. SEPTEMBER 2019

RAHMENPROGRAMM

ab 08:30 Uhr: Registrierung für Teilnehmende des Rahmenprogramms

09:00 12:00 Uhr: Parallelprogramm Donnerstagvormittag

I. Netzwerktreffen

  • 09:00 – 10:00 Uhr: Gemeinsamer Auftakt, Vorstellung der AGs und Diskussion Rahmenpapier
  • 10:00 – 10:30 Uhr: Pause
  • 10:30 – 12:00 Uhr: offene Treffen der Arbeitsgruppen

Die Arbeitsgruppen sind Ausdruck des vielfältigen und dezentralen Engagements für Citizen Science in Deutschland und basieren auf der gemeinsamen Idee der Community und der Plattform Bürger schaffen Wissen das Citizen-Science-Netzwerk langfristig durch Themenschwerpunkte und Dialogmöglichkeiten zu stärken. In einem ersten Workshopteil werden gemeinsam aktuelle Bedürfnisse und Herausforderungen der AGs diskutiert und über geplante Aktivitäten berichtet. Zudem ist ein Review des Rahmenpapiers geplant. Im zweiten Teil des Workshops haben die einzelnen Arbeitsgruppen dann die Möglichkeit offene Arbeitstreffen durchzuführen. Neu Interessierte sind herzlich eingeladen! Alle Informationen zu den derzeitigen Arbeitsgruppen und zum Rahmenpapier finden Sie hier.

Derzeit gibt es folgende Arbeitsgruppen: AG Citizen Science Berliner Raum, AG Citizen Science in Schulen, D-A-CH-AG ( Vernetzung der deutschsprachigen Citizen-Science-Plattformen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz), AG Wirkungsforschung (in Planung)

II. Tutorial: Wiederverwendbarkeit der offenen Citizen Science (Geo)Dateninfrastruktur openSenseMap / senseBox
Umut Tas, Dr. Thomas Bartoschek (WWU Münster)

In diesem Tutorial wird die openSenseMap als generische Open Source und Open Data Plattform für Citizen-Science-Projekte vorgestellt. Es wird beispielhaft aufgezeigt, wie die Plattform genutzt und auf eigenen Servern installiert werden kann und wie Anpassungen möglich sind. Als mögliches Tool zur Umwelt-Datenerfassung wird die senseBox vorgestellt und es wird beleuchtet, welches Potenzial diese im Bildungskontext entfalten kann. Bei Interesse besteht die Möglichkeit, gemeinsam individuelle senseBoxen zu bauen und zu programmieren. Zielgruppe sind technische Mitarbeiter*innen und Projektleiter*innen von Citizen-Science-Projekten, die an einer offenen, anpassbaren Lösung zur Datenhaltung interessiert sind, sowie Interessierte aus dem Bildungskontext.

III. Tutorial: Hands on Open Data: Daten visualisieren
Thomas Werner (Stadt Münster / citeq); Gerald Pape (Code for Münster)

Mithilfe von einem oder mehrerer Open Data Plattformen (z. B. regionalstatistik.de oder govdata.de) werden in diesem Tutorial ausgewählte Datensätze mithilfe von Online-Tools visualisiert. Ziel ist es, dass jede*r Teilnehmende am Ende selbst eine Visualisierung erstellt hat, wie z. B. ein Balkendiagramm oder eine Kartendarstellung. Die geplanten Schritte sind: Daten heraussuchen, Daten bereinigen / formatieren, Online-Plattform zur Visualisierung auswählen, Daten übertragen und Visualisierung erstellen. Die Moderator*innen geben dabei Hintergrundinformationen sowie eine Anleitung und helfen bei der Umsetzung. 

10:30 12:00 Uhr

Tutorial: Rechtliche Rahmenbedingungen und Fallstricke: Worauf müssen Citizen-Science-Akteure achten?
Dr. iur. Timo Faltus (MLU Halle-Wittenberg)

Ob Citizen Science, DIY-Biologie oder partizipatorische Wissenschaft und Forschung: Durch die zunehmende Bürgerbeteiligung in der Wissenschaft und steigende Zahl von Citizen-Science-Projekten sind auch die Rechtsfragen in Bezug auf diese Aktivitäten aktuell geworden. Die Herausforderung dabei: Die bürgerbeteiligte Forschung hat sich im Vergleich zur Bearbeitung der damit verbundenen Rechtsfragen wesentlich schneller entwickelt. Es fehlt bislang eine systematische Aufarbeitung des Rechtsrahmens der bürgerbeteiligten Forschung und bei vielen Aktivitäten bleiben grundlegende Rechtsfragen in rechtlich ungeklärtem Terrain. Das Tutorial verschafft einen Überblick zu entsprechenden Rechtsfragen und erläutert, auf welche rechtlichen Fallstricke Projektinitiator*innen achten müssen. Angesprochen werden in Bezug auf Citizen-Science-Projekte u.a. die Reichweite des Gentechnik- und Arzneimittelrechts, Fragen des Patent- und Urheberrechts sowie des Datenschutzrechts. In einem offenen Format haben die Teilnehmenden anschließend die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen und einzelne Themenfelder intensiver zu beleuchten.

HAUPTPROGRAMM

11:30 12:30 Uhr: Registrierung & Snack

12:30 14: 00 Uhr: Begrüßung, Grußwort und Keynote

  • Begrüßungsrunde
    durch Vertreter*innen von WWU Münster, Museum für Naturkunde Berlin und Wissenschaft im Dialog
  • Grußwort
    Abteilungsleiter für Grundsatzfragen und Strategien; Koordinierung Matthias Graf von Kielmansegg (Bundesministerium für Bildung und Forschung)
  • Keynote: „Demokratie und Wissenschaft“
    Prof. Dr. Michael Quante, WWU Münster

14:00 16:00 Uhr: Markt der Möglichkeiten & Kaffeepause

I. Poster-Session und Stände

II: Landinventur eine kollektive Kartierung für ein neues Bild ländlicher Räume (mobile Forschungsstation auf dem Parkplatz)
Mathias Burke, Steffen Klotz (Thünen-Institut für Regionalentwicklung e.V.)

Um ein lebensnahen Bild des ländlichen Raumes – fernab von immer gleichen Bildern und Stereotypen – zu zeichnen, muss man die Form der Datenerhebung ändern. Das Projekt Landinventur hat das getan: Durch kollektives Kartieren gemeinsam mit Bürgerwissenschaftler*innen zeichnen die Menschen, die das Land bewohnen und gestalten, selbst das Bild ihrer Lebenswelt. Das Ergebnis sind vor Ort erzeugte Beschreibungen der einzelnen Dörfer, die die Vielschichtigkeit und Diversität der ländlichen Räume nach außen tragen. Der Prozess des gemeinsamen Kartierens löst dabei zusätzlich eine neue Auseinandersetzung mit und einen neuen Blick auf die eigene Lebenswelt aus. An der mobilen Forschungsstation sollen die Ergebnisse dieser Arbeit diskutiert und weitergedacht werden.

14:30 15:45 Uhr: Vorstellung der Academic Paper I (EN)

  • Disziplinen und Formen der Bürgerbeteiligung in Citizen Science-Projekten anhand einer Analyse von deutsch- und englischsprachigen Citizen Science-Projektplattformen
    Barbara Heinisch, Universität Wien
  • Analysis of the current state of citizen science in Germany, based on 96 projects registered on the official website of the Federal Ministry for Education and Research
    Emu-Felicitas Ostermann-Miyashita, Tokyo University of Agriculture and Technology / Leibniz Centre for Agricultural Landscape Research; et al. 
  • Developments towards a Mathematical Citizen Science
    Anna M. Hartkopf, FU Berlin
  • Open Citizen Science — Outlining challenges for doing and defining Citizen Science based on results from the DITOs project
    Claudia Göbel, Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg (HoF)

Zu den Papern: https://osf.io/68uwn/

16:00 17:30 Uhr: Parallelprogramm Donnerstagnachmittag

I. Projektvorstellung I
Moderation: Dr. Kathrin Kottke, WWU Münster

  • Sicherer Radfahren: Wie offene Unfalldaten helfen
    Thomas Terstiege, Code for Münster
  • Die Plastikpiraten – mit Jugendlichen die Müllverschmutzung von Fließgewässern untersuchen
    Tim Kiessling, Kieler Forschungswerkstatt
  • Verhaltensbeobachtungen beim Hund (Sieger des CS-Wettbewerbs der WWU Münster)
    Prof. Dr. Helene Richter, Prof. Dr. Sylvia Kaiser, Niklas Kästner, WWU Münster
  • Spurensuche Gartenschläfer
    Andrea Andersen, BUND e.V.
  • SAFECAST: Wie die Fukushima-Katastrophe zu einem weltweiten Strahlungsprojekt führte
    Emu-Felicitas Ostermann-Miyashita, Tokyo University of Agriculture and Technology
  • FoodLabHome: Klimabildung zur Reduktion häuslicher Lebensmittelabfälle
    Florence Ziesemer, TU Berlin

II. Panel: „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ – Materielles Bergbauerbe bewahren zwischen strikter Wissenschaft und grenzenloser Beteiligung
Dr. Michael Farrenkopf (Abteilungsleiter Sammlung & Dokumentation sowie Leiter Montanhistorisches Dokumentationszentrum am Deutschen Bergbau-Museum Bochum), Dr. Torsten Meyer (Technik- und Umwelthistoriker), Manfred Reis (Vorstandsmitglied der Fördergemeinschaft für Bergmannstradition – Linker Niederrhein e.V.) Moderation: Wiebke Büsch, Leitung Stabsstelle Presse & Öffentlichkeitsarbeit, Deutsches Bergbau-Museum Bochum

Im Forschungsprojekt „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ des montan.dok (Montanhistorische Dokumentationszentrum in Bochum) wurde das museal bewahrte Steinkohlenbergbauerbe deutschlandweit aufgenommen und neue Standards in der Erfassung und Dokumentation bergbaulicher Objekte entwickelt. Auf der Seite www.bergbau-sammlungen.de werden die Ergebnisse und Erfahrungen der gemeinsamen Arbeit von Wissenschaftlern und Bürgerforschenden dokumentiert. Das Folgeprojekt montan.dok 21 bietet darauf aufbauend zum Beispiel thematische Praxisworkshops an. 
Während der beiden Projekte – die in der Zeit des Ausstiegs aus der deutschen Steinkohleförderung 2018 durchgeführt werden und daher unter sammlungsstrategischen Gesichtspunkten ebenso wie mit Blick auf Fragen der Geschichtsbewahrung in eine Phase des Umbruchs fallen – wird klar: ein sammlungsbezogenes Netzwerk zu bilden und den Fachaustausch zu intensivieren, geht nur im Miteinander von Wissenschaft und Citizen Science. 
Im Podiumsgespräch werden Fragen zu Erfolg und Grenzen der wissenschaftlichen Projekte gestellt: Was bringt der Wissenstransfer zwischen Wissenschaftlern und Ehrenamtlern, die oftmals über biografische Verbindungen zum Thema verfügen? Helfen die Projekte dabei, Identitätsgeschichte und kulturelle Prägungen zu konservieren? Ist „Getrenntes Bewahren – Gemeinsame Verantwortung“ als Konzept auf andere Regionen im Strukturwandel übertragbar und relevant?

III. Workshop: Chancen und Herausforderungen von Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und bürgerwissenschaftlichen Initiativen am Beispiel des Forschungsprojektes „CitizenSensor”
Urban Kaiser (Moderator, Fraunhofer IMW); Tina Möbius (Fraunhofer EMFT); Dr. Peter Weiß (FabLab München); Dr. Tina Klages (Fraunhofer IRB)

Im BMBF-Projekt „CitizenSensor“ arbeiten die Fraunhofer EMFT und das FabLab München gemeinsam daran, ein elektrochemisches Messverfahren für Nitrat im Boden aufzubauen und zu testen. Auf Basis der Erfahrungen im laufenden Projekt wird ein Good-Practice-Leitfaden erarbeitet, der künftige Kooperationen zwischen institutionalisierter (außeruniversitärer) Forschung und bürgerwissenschaftlichen Initiativen mit Lösungsansätzen und praktischen Tipps erleichtern soll. In dem Workshop werden die zentralen Elemente der aktuellen Arbeitsversion des Leitfadens vorgestellt und anschließend in Form eines World Cafés diskutiert. Die zentralen Elemente lauten: a) Motivation / Erwartungen der Beteiligten an einem Citizen-Science-Projekt; b) interne und externe Kommunikation; c) zeitliche und finanzielle Ressourcen; d) wissenschaftliche und wirtschaftliche Verwertung. Die Ergebnisse des Workshops werden in die finale Version eingearbeitet.

IV. Workshop: Entwicklung einer Science-to-Society Toolbox zur besseren Verzahnung von Wissenschaft und Bürgerschaft
Jun.-Prof. Dr. Kerstin Kurzhals (Nachwuchsprofessorin Science-to-Society, Innovation, Engagement & Cocreation, Science-to-Business Marketing Research Center der FH Münster), Iulia Stroila (Research Associate, Science-to-Business Marketing Research Center der FH Münster), Choiwai Maggie Chak (Academic Researcher & PhD Candidate, Science-to-Business Marketing Research Center der FH Münster)

Als „Innovative Hochschule“ widmet sich die Fachhochschule Münster im Rahmen des vom BMBF geförderten Projektes „münster.land.leben“ einer der großen Gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit: Gesundheitsversorgung, Teilhabe und Wohlbefinden im ruralen Raum. Der interaktive Workshop wird Teilnehmer*innen aus Bürgerschaft und Wissenschaft auf eine Reise durch den Prozess der Citizen Science mitnehmen, indem auf Basis der Erfahrungen im laufenden Projekt zunächst die gemeinsamen Transfertreiber und -hemmnisse vorgestellt werden und ferner mit den Erfahrungen der Workshopteilnehmer*innen im Rahmen anderer Citizen-Science-Projekten angereichert werden. Interaktiv wird eine gemeinsame Landkarte aktueller Herausforderungen sowie Chancen und Risiken von Citizen-Science-Projekten erarbeitet. Im zweiten, darauf aufbauenden Workshopteil werden ausgewählte zentrale Ansätze einer Science-to-Society Toolbox vorgestellt und anschließend interaktiv im Rahmen eines World Café Formates Maßnahmen/Methoden/Ansätze zur Unterstützung der identifizierten Chancen und zur Milderung der Transferhemmnisse erörtert und diskutiert. Ziel des Workshops ist es, die Verzahnung von Wissenschaft und Gesellschaft - im Sinne eines erweiterten Transferverständnisses „Science and Society“ - methodisch zu unterstützen, dabei Diskussion, Erfahrungsaustausch und Vernetzung zu fördern und gemeinsam Ideen, good practices sowie praktikable Lösungen zu sammeln und zu bewerten. Zielgruppe sind Mitarbeiter*innen und Projektleiter*innen von Citizen-Science-Projekten sowohl aus Wissenschaft als auch Gesellschaft, die an einem offenen, lebendigen Erfahrungsaustausch interessiert sind.


RAHMENPROGRAMM

18:00 19:00 Uhr: Führung durch den Botanischen Garten (Anmeldung erforderlich)

In unmittelbarer Nachbarschaft des Schlossgarten Cafés – wo anschließend das gemeinsame Abendessen stattfinden wird – liegt das für viele schönste Museum der Universität Münster: der Botanische Garten. Dort unternehmen wir in Kleingruppen eine botanische Weltreise. Wir starten gemeinsam am Tagungsort um 17:30 Uhr.

ab 19:00 Uhr: Dinner im Schlossgarten Café (Anmeldung erforderlich)

  • Bitte beachten Sie, dass eine Anmeldung zum Dinner nur zeitgleich mit der Anmeldung zum Forum erfolgen kann. Die Teilnahme am Dinner ohne die Teilnahme am Forum ist nicht möglich.

  • Das Essen besteht aus einem vegetarischen Buffet inkl. Wasser. Weitere Getränke können vor Ort gegen Bezahlung erworben werden.

FREITAG, 27. SEPTEMBER 2019

ab 08:30 Uhr: Registrierung und Kaffee

09:00 – 09:45 Uhr: Begrüßung und Keynote

  • Keynote: Worauf antwortet Citizen Science: Transparenz, Teilhabe, Transformation der Wissenschaft?
    Prof. Dr. Sabine Maasen, TU München


09:45 – 11:15: Parallelprogramm Freitagmorgen

I. Projektvorstellung II
Moderation: Monika Koop, WWU Münster

  • Sprechen über „Populismus“ - Ein bürgerwissenschaftliches Projekt auf kommunaler Ebene
    Luisa Fischer, Universität Siegen
  • Citizen Science in Music: Intergenerationelle Rezeptionsforschung im Seminar „Jazz is Life"
    Prof. Dr. Heiner Gembris, Dr. Jonas Menze, Universität Paderborn
  • Forschungsfall Nachtigall – ein Citizen Science Projekt zur Natur- und Kulturgeschichte einer Gesangslegende
    Silke Voigt-Heucke, Museum für Naturkunde Berlin
  • Rekonstruktion des Großsteingrabs Düwelsteene (Sieger des CS-Wettbewerbs der WWU Münster)
    Dr. Vera Brieske, Leo Klinke, Dr. Kerstin Schierhold, WWU Münster und Altertumskommission für Westfalen
  • Frauen schreiben Reformationsgeschichte ein partizipatives Ausstellungsprojekt
    Kerstin Klein, Frauenwerk der Nordkirche
  • Social Citizen Science zur Bearbeitung von Zukunftsfragen
    Claudia Göbel, Institut für Hochschulforschung Halle-Wittenberg (HoF)

II. Panel: Bürgerforschung auf Augenhöhe: was Hochschulen können und dafür brauchen
Prof. Dr. Martin Hamer (IZNE – Internationales Zentrum für Nachhaltige Entwicklung | International Centre for Sustainable Development Hochschule Bonn-Rhein-Sieg); Dr. Christian Meyer (Uni Vechta); Prof. Carsten Schröder, Vizepräsident für Transfer, Kooperation und Innovation der FH Münster und TAFH Münster GmbH; Norbert Steinhaus (WILA Bonn); Brigitte Peter (Moderatorin, WILA Bonn)

Von wem kann Bürgerforschung in Zukunft ausgehen? Ein entscheidender Faktor werden die Hochschulen sein, die durch öffentliche Fördergelder dabei unterstützt werden, sich der Zivilgesellschaft zu öffnen. Deshalb lohnt der Blick: Wo stehen nicht nur einzelne Wissenschaftler*innen, sondern die Hochschulen in diesem Prozess der Öffnung? Was brauchen sie an Strukturen und Kompetenzen, um zivilgesellschaftliche Fragestellungen und das Wissen der Bürger*innen systematisch und auf Augenhöhe einzubeziehen? Können Wissenschaftler*innen "Treiber" für Citizen Science werden? Welche Best-Practice-Beispiele gibt es national und international? Wie gelingt das Agenda Setting? Über Perspektiven und Bedarfe der Hochschulen für eine effektive Bürgerbeteiligung möchten die Referent*innen von folgenden Institutionen gemeinsam mit dem Publikum diskutieren:

  • der Hochschule Bonn Rhein-Sieg, die im Rahmen des BMBF-Förderprogramms „Innovative Hochschule“ einen „Campus to World“ aufbaut, der u. a. CitizenLAB und WorldLAB enthält
  • der Universität Vechta / Cloppenburg, die seit 2012 einen uni-internen Wissenschaftsladen gegründet hat, der Bürgeranliegen zu gemeinsamen Forschungsarbeiten macht
  • dem Wissenschaftsladen (WILA) Bonn, der im Rahmen von nationalen wie auch EU-Projekten anhand unterschiedlicher Methoden und Netzwerke Zivilgesellschaft und Wissenschaft / Forschung in Verbindung bringt.

III. Fishbowl-Diskussion: Nur mal kurz die Welt retten – Zusammen geht’s am besten! 
Bürger schaffen Wissen und Panelisten (tba)

Das Klima verändert sich und hat es immer schon getan. Der Wandel war jedoch noch nie so rasant wie heute. In sämtlichen Bereichen wird Wissen notwendig. Ein solches Klimawissen könnte direkt in die gesellschaftliche Praxis integriert werden, wenn gemeinsam mit den Anwendern exemplarische Lösungen für Klimaschutz und Anpassung entwickelt, erprobt und umgesetzt werden können. Funktioniert das wirklich? Beispielhaft und mit einem „quasi-regionalem“ Bezug kann auf das Citizen Science Toolkit senseBox verwiesen werden. Unter Beteiligung von Bürger*innen werden Daten erfasst, die die Messdichte von verschiedenen Umweltfaktoren erhöhen und damit zu genaueren Aussagen in Bezug auf Klima, Umweltbelastungen oder Verkehr beitragen. Wie kann diese Partizipation gelingen? Gemeinsam möchten wir mit eingeladenen Expert*innen über die Chancen von Citizen-Science-Ansätzen und –Projekten im Spannungsfeld von gesellschaftlich relevanten Themen diskutieren. Die Session wird mit einem gemeinsamen Input (durch die Expert*innen) beginnen um in einer „Fishbowl-Diskussion“ Raum geben, um gemeinsam weiterzudenken.

IV: Workshop: Kunst, Forschung und künstlerische Forschung eröffnen neue Räume für Citizen Science
Johanna Barnbeck (künstlerische Forscherin); Anna Maria Hartkopf (Mathematikerin, FU Berlin)

In den vergangenen Jahren entstehen immer mehr Initiativen, die einen künstlerisch-wissenschaftlichen Austausch und Forschung befördern: Welche Räume eröffnen sich durch Kunst und künstlerische Forschung im Bereich Citizen Science? Unter diesem Blickwinkel werden die Projekte „Adoptiere ein Polyeder“ und „Categories to Come" vor- und zur Diskussion gestellt: Wie nutzen sie den Bereich, in dem sich Kunst und Wissenschaft treffen? Wie führt die künstlerische und kreative Teilhabe an Wissenschaft und Forschung zu neuen Erfahrungen für die Bürger*innen? Welche Potenziale zeigen sich hierfür in anderen Citizen-Science-Projekten? Was bedeutet dies für die Wissenschaftskommunikation innerhalb der Projekte? Die Teilnehmer*innen sind eingeladen Forschungs- und Projektideen mitzubringen und in einem offenen Prozess die Potenziale der Thematik zu entdecken und gemeinsam Lösungen für offene Aspekte zu suchen.

11:15 11:45 Uhr: Kaffeepause

11:45 13:15 Uhr: Parallelprogramm Freitagmittag

I. Vorstellung der Academic Paper II (DE)

  • Offene Daten und die Zukunft der Bürgerforschung in Wissenschaftlichen Bibliotheken
    Jens Bemme, Martin Munke, SLUB Dresden
  • Roles of actors in citizen science in international policy documents
    Susanne Hecker, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung / Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (UFZ/iDiV)
    Nina Wicke, TU Braunschweig
  • enviroCar – ein Citizen Science Labor für nachhaltige Mobilität
    Albert Remke, 52°North GmbH
  • Volunteer's demographics and motivations in senseBox and openSenseMap
    Mario Pesch, WWU Münster, et al.

Zu den Papern: https://osf.io/68uwn/

II. Workshop: Was motiviert Menschen zur Teilnahme an Citizen-Science-Projekten?
Nicola Moczek (PSY:PLAN); Ilka Bickmann (science2public), Andre Holstein (Projekt: mobile Feinstaubsensorik), Karl Hannig (Projekt DetermApp)

In Citizen-Science-Projekten arbeiten institutionell beschäftigte und ehrenamtliche Wissenschaftler*innen zusammen und teilen ein gemeinsames Forschungsinteresse. Was motiviert beide Gruppen dazu, an einem solchen Projekt teilzunehmen? Welche Rahmenbedingungen fördern die erfolgreiche Zusammenarbeit? Wie können diese Faktoren erforscht werden? Im Workshop werden Erkenntnisse aus den Projekten OpenLabNet Halle, Wildkatzensprung, Spurensuche Gartenschläfer und Insekten Sachsen vorgestellt. Die Teilnehmenden sind herzlich eingeladen, ihre Erfahrungen einzubringen.

III. Workshop: Ko-Forschen und Community Building: Welche Maßnahmen brauchen wir um entsprechende Schlüsselkompetenzen zu fördern?
Petra Biberhofer, PhD; Dr. Susanne Tönsmann (Partizipative Wissenschaftsakademie an der Universität und ETH Zürich), Dr. des. Fanny Gutsche-Jones (Citizen Science Zentrum Zürich an der Universität und ETH Zürich)

Für die erfolgreiche Umsetzung von Citizen-Science-Projekten sind langfristige Kooperationen zwischen Forschenden und Citizen Scientists von hoher Relevanz. Als These wird angenommen, dass Ko-Forschen als wesentliches Element der Teilnahme und Teilhabe an einer Citizen-Science-Community einen aktionsorientierten und kollaborativen Lernprozess voraussetzt. Nach einem Input zu kompetenzorientierten Bildungsansätzen werden im Workshop zwei Leitfragen diskutiert, die auf den praktischen Erfahrungen der Teilnehmenden aufbauen: Welche Schlüsselkompetenzen befähigen zum Ko-Forschen in Citizen-Science-Projekten? Wie kann ein präzises Kompetenzprofil für den Aufbau und die Organisation einer Community eingesetzt werden? In Kleingruppen sollen anschließend Strategien und Maßnahmen zur Förderung von Community-Engagement basierend auf den Schlüsselkompetenzen zum Ko-Forschen gemeinsam erarbeitet werden.

IV: Workshop: Bioinspirierte Narrative zwischen Wissenschaft und Kunst
Dr. Wilhelm Bauhus, Martina Lückener, Lena Wobido (WWU Münster)

Oft haben Inspirationen aus der Natur bei Menschen in den Bereichen Wissenschaft, Kunst und Unternehmen zu bahnbrechenden Entwicklungen geführt. Die Bioinspiration versteht sich als interaktives Format, das eine Anleitung bietet, die Lösungsstrategien der Natur auf die eigene professionelle und persönliche Alltagswelt zu transferieren. Das traditionelle Wissen von Bürger*innen trägt entscheidend zur Entwicklung und Anwendung von Bionarrativen bei und ist damit auch Inspiration für eine künstlerische Auseinandersetzung. Der Workshop stellt das Konzept der Bioinspiration sowie die Narrative und deren wissenschaftliche und künstlerische Verarbeitung mithilfe von Beispielen vor. Die Teilnehmer*innen erproben die Methode der Bioinspiration und entwickeln unter Anleitung eigene Narrative.

13:15 14:00 Uhr: Rückblick, Verabschiedung & kleiner Snack

RAHMENPROGRAMM

 ab 14:00 Uhr: offene Angebote 

I. Führung durch die Villa ten Hompel (Anmeldung erforderlich)

Der Geschichtsort Villa ten Hompel bietet Raum für die Auseinandersetzung mit historischen und aktuellen Themen. Die Dauerausstellung erzählt in Anlehnung an die wechselvolle Hausgeschichte im 20. Jahrhundert von den Verbrechen der Polizei im Nationalsozialismus und den Versuchen der Aufarbeitung nach 1945. Thematisiert werden der Holocaust, Entnazifizierung und Kontinuitäten nach 1945, die juristische Aufarbeitung des NS-Unrechts und die „Wiedergutmachung“ gegenüber NS-Verfolgten. Wir starten gemeinsam am Tagungsort, Beginn der Führung ca. 14:30 Uhr, Dauer der Führung ca. 1 Stunde.

II. Open labs im Institut für Geoinformatik der WWU Münster

Den Forscher*innen bei der Arbeit über die Schulter schauen und mit ihnen ins Gespräch kommen: Das können Teilnehmende des Forum Citizen Science am Anschluss an die Veranstaltung in den unterschiedlichsten Laboren des Instituts.
 

Das Programm für das Forum Citizen Science 2019 wurde von einem Programmbeirat in Zusammenarbeit mit dem Team von Bürger schaffen Wissen auf Grundlage einer Vielzahl von Programmeinreichungen ausgearbeitet. 

Im Programmbeirat waren tätig:

  • Dagny Vedder – Büro Wissenschaftskommunikation, Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e. V. (DLR)
  • Dr. Thomas Bartoschek – Westfälische Wilhelms-Universität Münster
  • Dr. Anett Richter – Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung / Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (UFZ/iDiV)
  • Katharina Meyer – Open Knowledge Foundation
  • Dr. Wilhelm Bauhus – Expedition Münsterland, Arbeitsstelle Forschungstransfer, Westfälische Wilhelms-Universität Münster