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Buerger schaffen Wissen

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Gemeinsam gegen das Virus: Mitforschen in Zeiten von Corona

Photo von CDC, Unsplash
Photo von CDC, Unsplash

Durch die Covid-19-Pandemie sind Menschen weltweit betroffen. Binnen weniger Tage und Wochen hat sich das Leben und der Alltag radikal gewandelt und niemand weiß, wie lange dieser Zustand anhalten wird. Für alle Forschenden ist diese Phase hochspannend: Zum einen weil wir erleben, wie wichtig Wissenschaft und Kommunikation für unsere Entscheidungen sind und zum anderen, weil sich alltägliche Routinen geändert haben – wir also mitten in einem gesellschaftlichen Transformationsprozess sind. Um diesen Wandel zu verstehen, gibt es aktuell viele Forschungsprojekte, die die Bürger*innen in den Forschungsprozess einbinden: Die App für Gesundheitsdaten, Tagebuchstudien zur täglichen Reflektion der Ereignisse, systematische Beobachtungen zu verändertem Konsumverhalten bis hin zu Citizen-Science-Projekten. Bei unserer Auswahl haben wir sowohl deutschsprachige als auch internationale Projekte ausgewählt, die von reinen Umfragen bis zur partizipativen Forschung reichen. Derzeit ist bei den Forschungsprojekten viel in Bewegung. Auf den Projektwebsiten erfahrt ihr, wie ihr genau mitforschen könnt!

Hinweis: Bitte beachtet, dass wir die Projekte zwar inhaltlich geprüft haben, aber Links auf externe Seiten führen und wir daher keine Haftung übernehmen. Stand der Angaben: 03.11.2020

Wer sich gerade nicht mit Corona beschäftigen mag, aber trotzdem Lust aufs Mitforschen hat, dem empfehlen wir unsere "Zuhause mitforschen"-Seite, auf der wir Projekte präsentieren, bei denen man auch bequem von zuhause oder bei einem kleinen Spaziergang in die Welt der Bürgerforschung eintauchen kann! Oder ihr klickt in unsere Projekt-Datenbank und wählt den Filter "online mitforschen" aus! 

 

Eindrücke und Beobachtungen teilen im Tage- oder Logbuch

Arbeiten von Zuhause

Viele Arbeitnehmer*innen sind aufgrund der derzeitigen Lage ins Homeoffice gewechselt. Arbeitspsycholog*innen des Leibniz-Instituts für Arbeitsforschung an der TU Dortmund möchten herausfinden, wie sich das Arbeiten im Homeoffice auf das Wohlbefinden und die Produktivität von Beschäftigten auswirkt und was dies für das zukünftige Arbeiten bedeutet. Im Rahmen einer Tagebuchstudie können Bürger*innen jetzt ihre Erfahrungen teilen.
Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund
Zur Tagebuchstudie

Logbuch der Veränderungen

Die Corona-Pandemie setzt große gesellschaftliche Veränderungen in Gang, die auch persönlich spürbar und beobachtbar sind. Interessierte sind eingeladen, ihre Eindrücke und Beobachtungen in einem Logbuch festzuhalten. Mithilfe der Daten möchte das Projekt untersuchen, ob sich aus der Krise Erkenntnisse für die Förderung einer Nachhaltigkeitstransformation erkennen lassen.
HNEE-Forschungszentrum "Nachhaltigkeit – Transformation – Transfer"
Zum Logbuch

Coronarchiv

Das Coronarchiv ist eine offene Plattform, die Erlebnisse, Gedanken, Medien und Erinnerungen zur „Corona-Krise“ (Briefe, E-Mails, Gedichte, Artikel, Einkaufszettel, Warnhinweise etc.) sammelt. Warum? Weil im Zuge dieser Pandemie gerade sehr viel in und um uns herum passiert – und obwohl sie uns alle angeht, ist doch jede*r ganz unterschiedlich davon betroffen. Diese Diversität möchte das Projekt durch eine Dokumentation der Gegenwart einfangen und für die Nachwelt erhalten.
Universitäten Hamburg, Bochum und Gießen in Zusammenarbeit mit dem Medizinhistorischen Museum Hamburg und dem Museum für Hamburgische Geschichte.
Zum Projekt

Umfragen

SuPraStadt - Auswirkungen der Corona-Krise

Das Projekt SuPraStadt beschäftigt sich mit der Frage, wie die Lebensqualität von Bewohner*innen urbaner Stadtquartiere, sowie deren gesellschaftliche Teilhabe in Einklang gebracht werden können mit den ökologischen Anforderungen der Nachhaltigkeit. Die Lebenssituation mit allen Einschränkungen und Veränderungen durch das Corona-Virus betrifft alle - in einer anonymen Onlineumfrage möchte das Projekt erfahren, wie Bürger*innen diese Zeit erfahren, empfinden und bewerten.
FH Dortmund
Zum Projekt

Auswirkungen auf Arbeitssituation und Familienleben

Angesichts der Corona-Pandemie hat sich der Alltag für viele Menschen in kurzer Zeit gravierend verändert. Wissenschaftler*innen am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung möchten herausfinden, wie sich der Alltag der Menschen in Deutschland durch das Corona-Virus mit Blick auf die Arbeitssituation und das Familienleben verändert hat.
Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung
Zum Projekt

Leben mit Corona!

Welche Auswirkungen hat die jetzige Krise auf den Lebensalltag der Menschen? Wie beeinflusst Corona die psychische Gesundheit, die Konsum-, Ess- und Einkaufsgewohnheiten, den sozialen Zusammenhalt, sowie die Erwartungen gegenüber der Politik und Verwaltung? Und wie entwickeln sich diese Faktoren über die Zeit, mit neuen Informationen über das Virus und neuen staatlichen Maßnahmen? Das Projekt erfasst die Stimmen und Stimmungen der Bürger*innen im deutschsprachigen Raum und formuliert Antworten.
ISDC, IGZ, UNU-WIDER, IDS in Kooperation mit internationalen Partern
Zum Projekt

Daten teilen für die Gesundheitsforschung

Corona-Datenspende-App

Daten von Fitnessarmbändern und Smartwatches, sogenannten Wearables, können Hinweise auf Symptome einer Infektion mit COVID-19 liefern. Mit Hilfe der Corona-Datenspende-App können Bürger*innen diese Daten dem Robert Koch-Institut zur Verfügung stellen. Zusammen mit Daten aus anderen Quellen, z.B. den offiziellen Meldedaten, helfen die Daten den Wissenschaftler*innen, die Ausbreitung des Coronavirus besser zu erfassen und zu verstehen: Dazu gehören etwa ein erhöhter Ruhepuls und ein verändertes Schlaf- und Aktivitätsverhalten. Die Corona-Datenspende erfolgt freiwillig und pseudonymisiert.
Robert Koch-Institut
Zur App

CoroNotes

Wissenschaftler*innen des Tübingen AI Center und Mediziner*innen der Universitätsklinik Tübingen haben gemeinsam eine App entwickelt, um mithilfe von anonymen Gesundheitsdaten, Infektion rund um das neuartige Virus besser zu verstehen. Damit sollen medizinische und wissenschaftliche Studien zum neuartigen Coronavirus unterstützt werden und damit wichtige Einblicke in die Ausbreitung und Verläufe der durch das Sars-CoV-2 hervorgerufenen Krankheit Covid-19 gewonnen werden. (Stand 04.11.20: "Aufgrund technischer Probleme ist die App derzeit leider nicht verfügbar.")
Tübinger AI Centers der Universität Tübingen und Max-Planck-Instituts für Intelligente Systeme
Zur Covid-19-Gesundheitsdaten-App

Internationale Projekte

Psychologische Mechanismen zum Umgang mit der Krise

Wie Menschen mit belastenden Lebensumständen und Stress umgehen und welche Mechanismen sie zum Umgang mit Krisen entwickeln variiert stark von Person zu Person. Die aktuelle Corona-Pandemie ist ein Ereignis, das Menschen auf der ganzen Welt gleichzeitig beeinflusst. Das EU-Projekt untersucht, welche Strategien nützlich sind, um eine solche Herausforderung zu bewältigen.
DynaMORE-Projekt & Leibniz-Institut für Resilienzforschung Mainz
Zum Projekt

Food Systems in times of COVID-19

Unser Einkaufs-und Essverhalten ist nicht statisch, sondern verändert sich auch im Rahmen der Krise - und ist verbunden mit den aktuellen politischen Maßnahmen weltweit. Das Projekt möchte herausfinden, wie sich unser Essverhalten ändert und welche Auswirkungen dies auf unser Ernährungssystem haben könnte.
Universität Gießen mit internationalen Partnern
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Curare Corona Diaries Project: Witnessing Corona

Für eine Sonderausgabe der Zeitschrift “Curare. Journal of Medical Anthropology” werden ethnographische Schriftstücke aus vielen Ländern gesammelt, die den Alltag sowie die eigene Umwelt beschreiben und dies alles in Form eines Tagebuchs festhalten.
Autor*innenteam aus unterschiedlichen Universitäten
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Nachgeforscht

Das Projekt "Logbuch der Veränderungen" lädt Bürger*innen dazu ein, ihre Beobachtungen während der Corona-Krise für die Nachhaltigkeitsforschung festzuhalten. Wir haben mit Benjamin Nölting von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) über die Entstehung des Projektes und die ersten Einträge gesprochen.


Foto: Bettina König / HNEE

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