Direkt zum Inhalt
Buerger schaffen Wissen

Die Plattform für Citizen-Science-Projekte aus Deutschland: Mitforschen, präsentieren, informieren!

Citizen Science an der TU Berlin

TU-Pressestelle/UlrichDahl
TU-Pressestelle/UlrichDahl

Ursprünglich hat sich die TU Berlin sehr darauf gefreut, Gastgeberin für das Forum Citizen Science zu sein und die Citizen Science Community in ihrem wunderschönen Lichthof im Herzen der Hauptstadt begrüßen zu dürfen. Nun laden wir zu einer digitalen Veranstaltung und möchten an dieser Stelle 14 Projekte der Technischen Universität Berlin vorstellen, die mit dem Citizen-Science-Ansatz arbeiten. Denn gemäß ihrem Leitbild, Wissenschaft und Technik zum Nutzen der Gesellschaft weiterzuentwickeln, fördert und unterstützt die TU Berlin zahlreiche Citizen-Science-Projekte. Mit der Projektförderung wird gezielt zur Verbreitung des partizipativen Ansatzes beigetragen. Citizen Science ist für uns in der partizipativen Forschung ein besonders spannender und zukunftsweisender Zugang. Er reicht von der niedrigschwelligen Beteiligung über das Sammeln von Daten bis hin zu komplexen transdisziplinären Projektdesigns und ermöglicht eine spannende Vielfalt an Bürgerwissenschaften möglich, an die sehr viele unserer Wissenschaftler*innen anknüpfen können. Wir haben derzeit verschiedene Citizen-Science-Forschungsprojekte und werden diesen Transferschwerpunkt weiter ausbauen, zum Beispiel durch die Weiterentwicklung unserer Partnerschaft mit der Stadtgesellschaft in Reallaboren der TU-Stadtmanufaktur, bei Projekten auf unserem Campus oder auch als offen interessierte Partnerin für Bürger*innen, die mit ihren Ideen zu uns kommen können. 

Die TU Berlin ist bereits mit mehreren Beiträgen beim Citizen Science Forum im Mai 2021 vertreten, einige davon sind auch in den folgenden Projektvorstellungen schon zu entdecken. Interessant ist hier die große Bandbreite: Vom Essen und Schmecken als Alltagspraxis, über lokale Lebensmittelproduktion mit Duschwasser bis hin zu neuen ingenieurwissenschaftlichen Zugängen für ein intelligentes Abwasser-Monitoring.

Grußwort von Prof. Dr.-Ing. Christine Ahrend
 

Empfohlener Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich hier alle externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. (Datenschutzerklärung)

Kurzvideo über Prof. Dr.-Ing. Vera Meyer
Keynote-Speakerin auf dem Forum Citizen Science 2021

Empfohlener Inhalt An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt, der den Artikel ergänzt. Sie können sich hier alle externen Inhalte mit einem Klick anzeigen lassen oder wieder ausblenden. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. (Datenschutzerklärung)

Auf dieser Seite finden Sie folgende Projekte an der TU Berlin:

  • BerlinAir NO2 Atlas
  • DAPF 4.0: Digitale Akademie 4.0: Digitale Kompetenzen für die genrealistische Pflege(aus)bildung
  • Digital Twin for the Water Industry
  • DIY-Bau von Feinstaubmessgeräten
  • eduhacktory
  • Food Lab Home
  • Mein Ding – Ich bin, was ich (nicht) habe 
  • Mobile Blau-Grüne Infrastruktur
  • Partizipative Entwicklung und Umsetzung eines Nahmobilitätskonzeptes für den Wrangelkiez in Berlin
  • SAI-Lab: Labor für nachhaltige und nützliche Innovationen
  • Sensafety: Gefühlte Sicherheit im urbanen Raum sichtbar machen
  • Schmeck! 
  • Streamscapes - Von der Spree zur See
  • Wohnqualität - Forschen mit Kindern und Jugendlichen zur Wohnqualität in der Großwohnsiedlung
Fachgebiet: Umweltchemie und Luftreinhaltung / Projektleitung Prof. Dr. Andreas Held

BerlinAir NO2 Atlas

Stickstoffdioxid ist ein Luftschadstoff, der die menschliche Gesundheit insbesondere in Ballungsgebieten nachhaltig beeinträchtigen kann. Das übergeordnete Ziel des Citizen Science-Projekts "BerlinAir NO2-Atlas – Ein Citizen Science Projekt zur räumlichen Variabilität der Stickstoffdioxid-Belastung in Berlin" ist, unter Beteiligung der Berliner Bevölkerung einen räumlich hochauflösenden Datensatz zu Stickstoffdioxid in Berlin zu generieren und so die kleinräumige Verteilung dieses Luftschadstoffs besser untersuchen zu können. Bürger*innen sammeln mittels einfacher Passivsammler für 14 Tage Luftproben in ihrer Umgebung, die anschließend im Labor ausgewertet werden. Mit dem so gewonnenen Datensatz kann untersucht werden, durch welche Faktoren die Stickstoffdioxid-Belastung beeinflusst wird, um eine solide Basis für die Bewertung der möglichen Belastungssituation von Anwohner*innen zu schaffen. Neben der Gewinnung eines einzigartigen Datensatzes steht die Sensibilisierung der Bevölkerung für das Thema Luftreinhaltung im Vordergrund. In verschiedenen Workshops wurden den Teilnehmenden sowohl Fachinformationen vermittelt als auch Möglichkeiten geboten, die gesammelten Proben unter Anleitung selbstständig im Labor zu analysieren und auszuwerten. Die gewonnenen Daten stehen allen Interessierten in Form einer interaktiven Karte (https://karte.no2-atlas.de) online frei zur Verfügung.
Mehr über das Projekt erfahren

© Fachgebiet Umweltchemie und Luftreinhaltung der TU Berlin

© Bundesministerium für Bildung und Forschung

Fachgebiet Gender in MINT und Planung / Projektleitung Prof. Dr. Petra Lucht

DAPF 4.0: Digitale Akademie 4.0: Digitale Kompetenzen für die generalistische Pflege(aus)bildung

Der Digitalisierungsschub erfordert, Vermittlung und Erwerb digitaler Medienkompetenzen verstärkt in die Pflegeausbildung und die Pflegedidaktik zu integrieren. Das vom BMBF geförderte Verbundvorhaben DAPF 4.0 verfolgt das Ziel, bundesweit Lehrende, Praxisanleiter*innen sowie Pflegeschüler*innen zu befähigen, für die generalistische Pflegeausbildung digitale Lehr- und Lernszenarien zu erstellen und so individualisiertes Lernen und Medienkompetenzaufbau angesichts der zukünftigen Anforderungen zu ermöglichen. Der Pflegeberuf soll somit an die neuen beruflichen Herausforderungen angepasst und alle damit einhergehenden Kompetenzen an die zukünftigen Pflegefachpersonen innerhalb der Pflegeausbildung vermittelt werden. Das Teilvorhaben an der TU Berlin führt prozessbegleitend eine partizipative Evaluation zu digitalen Kompetenzen in der Pflegedidaktik durch und stellt damit eine beratende, partizipative und sozialwissenschaftlich fundierte Begleitungforschung für die Verbundpartner*innen zur Verfügung. Um die Projektergebnisse zu verstetigen und deutschlandweit zu verbreiten, wird während des Projektes die Online-Plattform “Digitale Akademie Pflege 4.0” aufgebaut. Das Verbundvorhaben wird in der Förderlinie „Digitale Medien in der beruflichen Bildung in den Gesundheitsberufen (DigiMed)“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert (05/2020-04/2023) (FKZ: 01PG20004, FKZ Teilvorhaben der TU Berlin: 01PG20004C).
Mehr über das Projekt erfahren
Fachgebiet Fluidsystemdynamik / Leitung Prof. Dr.-Ing. Paul Uwe Thamsen

Digital Twin for the Water Industry

Wie kann man in Zeiten von Urbanisierung und Klimawandel die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung sicherstellen? Das untersuchen Forscher*innen am Fachgebiet Fluidsystemdynamik . Sie entwickeln dafür mit einem digitalen Zwilling einer Pumpstation innovative Konzepte für die Wasserwirtschaft. „Trockenperioden führen nicht nur zu Geruchsbelästigungen aus dem Abwassernetz, sondern auch zu starker Korrosion der Einbauteile. Umgekehrt überlasten Starkregenfälle das Kanalnetz, da Oberflächenwasser und Abwasser besonders im Mischsystem zu Überläufen und damit zu Freisetzungen von belasteten Abwässern führen.“, erklärt Prof. Thamsen. Deshalb ist es wichtig, die vorhandenen Infrastrukturen optimal zu nutzen. Gemeinsam mit Siemens wurde eine Pilotanlage mit einer umfassenden Digitalisierungs- und Automatisierungslösung ausgestattet. Hier wird die Digitalisierung von Wasser und Abwasser erlebbar. Für diesen digitalen Zwilling erfolgt die Partizipation über die Zusammenarbeit mit den Berliner Wasserbetrieben, der German Water Partnership und weiteren Verbänden und Netzwerken der Wasserbranche (z.B. Aquanet und DWA). Bürger*innen können sich dabei perspektivisch über öffentliche Diskussionen, Messen und Veranstaltungen einbringen. Ein Video zeigt, wie damit der Weg in die digitale Zukunft geebnet wird (bitte auf das Bild rechts klicken).
Mehr über das Projekt erfahren

© Siemens

© TU Berlin

Wissenschaftsladen kubus / Ansprechperson Frank Becker

DIY-Bau von Feinstaubmessgeräten

Von DYI Feinstaubmessung zu Bürger*innenwissenschaften: Bürger*innen betreiben Wissenschaft oft selbstorgansiert. So fanden einige BANA-Studierende das Thema Feinstaub spannend und beschlossen dazu eigene Workshops durchzuführen. BANA - das Gasthörerstudium der TU Berlin bietet Bürger*innen eine Plattform eigene Projekte zu initiieren und umzusetzen. Neben der DIY Initiative „Feinstaubmessgeräte“ war die Projektwerkstatt „Zukunft Bauen“ ein innovativer Meilenstein. BANA-Seniorenstudierende und TU-Vollzeitstudierende arbeiteten selbstorganisiert und intergenerational in einer Lehrveranstaltung. Gemeinsam betreuten kubus – Wissenschaftsladen der TU Berlin und BANA diese Projektwerkstatt. Die Idee Bürger*innenwissenschaften im Rahmen von bürgerschaftlichem Engagement zu entwickeln entstand: Ehemalige Studierende von BANA setzten selbstorganisiertes Lehren und Lernen in einem Tutorium „Bürgerschaftliches Engagement“ um! Bürgerwissenschaftliches Arbeiten gehört dazu – praktisch über die BANA-DIY-Initiative „Feinstaubmessgeräte“, theoretisch durch Einblicke von kubus in Grundsätze und Prinzipien praktischer Bürger*innenwissenschaft. In einem Video-Beitrag der Deutschen Welle wurde die DIY Initiative Feinstaubmessgeräte porträtiert (bitte auf das Bild links klicken).
Mehr über das Projekt erfahren
Projektwerkstatt/ Ansprechpartnerin Carolin Neumann

eduhacktory

Die fortschreitende Digitalisierung führt zu tiefgreifenden Veränderungen in der Gesellschaft. Durch die zunehmende Relevanz von Technik drohen Ungleichheiten in der digitalen Vorbildung aus der Schulzeit dramatisch verstärkt zu werden. Die Projektwerkstatt “eduhacktory” bringt Studierende und Fachleute aus der Informatik mit Schüler*innen und Lehrer*innen sowie ehrenamtlichen Unterstützer*innen zusammen. Hier sollen die Bedürfnisse und Anforderungen an die digitale Lehre von morgen ausgelotet werden. Dazu erfolgt eine Kooperation mit der BYTE Challenge, bei der die Studierenden als Betreuer*innen mitwirken. Anhand der dabei gesammelten Erfahrungen werden die Studierenden in der Projektwerkstatt aus möglichst vielen verschiedenen Fachrichtungen den Ist-Stand der Digitalisierung der Lehre in Deutschland analysieren und innovative Lösungsansätze formulieren. Die BYTE Challenge ist ein Informatik-Wettbewerb mit sozialer Perspektive, der sich an Schüler*innen von Klasse 7-10 ohne Vorkenntnisse richtet. 2021 findet sie das erste Mal vollständig digital in ganz Deutschland statt. Organisiert und durchgeführt wird die BYTE Challenge von der Hochschulgruppe Berlin-Brandenburg der Gesellschaft für Informatik e.V. und zahlreichen ehrenamtlichen, nicht nur akademischen und pädagogischen, Unterstützer*innen Im Wintersemester rückt die Weiterentwicklung der BYTE Challenge selbst und die Situation in Berlin-Brandenburger Schulen in den Fokus.
Mehr über das Projekt erfahren

© eduhacktory

© Food Lab Home

Institut für Berufliche Bildung und Arbeitslehre / Leitung des Berliner Teams: Prof. Dr. Ulf Schrader

Food Lab Home

FoodLabHome ist ein Citizen Science-Projekt, in dem junge Menschen in ihren eigenen Haushalten Lebensmittelabfälle messen und reduzieren, um so zum Klimaschutz beizutragen. An dem Verbundprojekt wirken die TU Berlin und die Leuphana Universität Lüneburg sowie ein Beirat mit. FoodLabHome behandelt Lebensmittelabfälle (LMA) als eine wichtige, aber bisher weitgehend vernachlässigte Ursache für Treibhausgasemissionen. Schüler:innen verschiedener Schultypen erforschen das Aufkommen und die Klimarelevanz von LMA in ihren Haushalten, entwickeln effektive Interventionsstrategien und leisten durch die Reduzierung von LMA einen messbaren Beitrag zum Klimaschutz. Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines innovativen und partizipativen Bildungsansatzes, der auf den Prinzipien des forschenden Lernens basiert. Schüler:innen an allgemein- und berufsbildenden Schulen werden zu Forschenden und ihre Haushalte zu Laboren. In der Bildungsintervention erforschen sie das Auftreten, die Zusammensetzung und die Ursachen von LMA in ihren eigenen Haushalten und analysieren deren Klimarelevanz. In einem zweiten Schritt entwickeln und testen sie Möglichkeiten zur Reduzierung der LMA. Zum Abschluss des Forschungszyklus‘ reflektieren sie die Effektivität und das Potenzial der untersuchten Reduktionsstrategien.
Mehr über das Projekt erfahren
Fachgebiet Arbeitslehre/Ökonomie und Nachhaltiger Konsum / Ansprechpartnerin Dr. Samira Iran

Mein Ding – Ich bin, was ich (nicht) habe

Das Citizen Science Verbundprojekt Mein Ding startete am 1.4.2021. Die Beteiligten werden der Frage nachgehen, welche Gegenstände Ihres Haushaltes von tatsächlichem nachhaltigen Nutzen sind. Denn der Ausstattungsgrad an Gebrauchsgütern in Haushalten hat stetig zugenommen, mit oft negativen Folgen für Wohlbefinden und Umwelt. Im Projekt erproben Bürgerwissenschaftler*innen Maßnahmen zur Besitzreduktion zunächst an sich selbst und anschließend bei anderen Proband*innen in ihrem Umfeld, wobei der Projektfokus auf den Bereichen „Bekleidung“ und „Büro und Technik“ liegt. Die Projektergebnisse sollen aufzeigen, mit welchen Maßnahmen zur Besitzreflektion und -reduktion ein suffizienter Konsum bestmöglich gefördert werden kann. Das Projekt wird umgesetzt von der TU Berlin als Verbundkoordinator, ConPolicy –Institut für Verbraucherpolitik und Co2online in Zusammenarbeit mit Bürgerwissenschaftler*innen, Life e.V., Future Fashion Forward e.V. und der VZ Berlin.
Mehr über das Projekt erfahren

© Pexels

© Grit Bürgow

Fachgebiet Städtebau und Siedlungswesen / Projektleitung Dr. Grit Bürgow

Mobile Blau-Grüne Infrastruktur

Dieses Reallabor ist Teil des Projektes GartenLeistungen. Hier erfassen Forscher*innen gemeinsam mit Praxisakteur*innen in Reallaboren und mit Hilfe von Befragungsstudien die vielfältigen Leistungen von Gärten und Parks für die Stadtgesellschaft und leiten daraus Handlungsempfehlungen ab. Öffentliche Parks und gemeinschaftliche Orte wie die BEACH 61-Volleyball-Anlage im Berliner Gleisdreieckpark dienen als „Blaupause“ für die mobile Übertragbarkeit und gestalterische Einbindung technischer Modulsets zum kombinierten Wasser-, Farm- und Biodiversitätsmanagement. Wie können Regen- oder Duschwässer partizipativ und produktiv nutzbar gemacht werden? Wie und in welcher Qualität können daraus essbares Grün, biologische Vielfalt und ein angenehmes Stadtklima re-produziert werden? Und wie können die mobilen blau-grünen Infrastrukturen sowohl Prototypen als auch Katalysatoren für eine zirkuläre und klimagerechte Stadtentwicklung sein? Fragen der gestalterisch-technischen Machbarkeit, von Betrieb und Pflege bis hin zur Kartierung blau-grüner Ökosystemleistungen werden im Rahmen der interdisziplinären, praxisorientierten Lehre der TU Berlin und als lebendiger Reallaborprozess durch Hands-On-Aktionen und Workshops partizipativ beforscht. Der mobile „Shower-Tower“, eine vertikale Hydroponik-Wand zur Gemüseproduktion, ist seit 2020 am BEACH-61 in Betrieb. Das benötigte Wasser wird über Recycling der Duschabwässer der Anlage gewonnen und das geerntete Gemüse wird im lokalen Café verarbeitet.
Mehr über das Projekt erfahren
Fachgebiet Integrierte Verkehrsplanung / Ansprechpartner Johannes Roderer

Partizipative Entwicklung und Umsetzung eines Nahmobilitätskonzeptes für den Wrangelkiez in Berlin

Die Förderung von Fuß- und Radverkehr ist eine zentrale Stellschraube, um die Stadt lebenswerter, gesünder und inklusiver zu gestalten. Doch die Umsetzung der Verkehrswende verläuft nur zögerlich. Am Beispiel des Wrangelkiezes in Berlin sollen die unterschiedlichen Gründe für diese Verzögerung untersucht und Lösungen aufgezeigt werden. Im Zentrum des Projektes steht die Auseinandersetzung mit Anwohner*innen und ihrer Rolle bei der Verwirklichung von Verkehrswendeprojekten. Praxisbeispiele zeigen, dass bestehende Möglichkeiten sich in öffentliche Planungsprozesse einzubringen kaum genutzt werden und sich Wiederstand erst bei der Umsetzung regt. Dieses Beteiligungsdilemma birgt die Gefahr, dass sich Maßnahmen verzögern oder gar scheitern. Welche Rolle die Akzeptanz der betroffenen Bevölkerung spielt und welche weiteren Einflüsse eine Rolle spielen, soll untersucht werden. Das Projekt widmet sich der Frage, wie ein Prozess gestaltet sein muss, der gesellschaftliche Teilhabe ermöglicht und Akzeptanz fördert. Es wird die Prämisse verfolgt, dass ein offener Entscheidungs- und Gestaltungsprozess – auch in der Phase der Umsetzung – das zentrale Element ist, um dem Beteiligungsdilemma entgegenzuwirken. Voraussetzung zur Wahl der geeigneten Methoden ist fundiertes Wissen über die lokale Bevölkerung, um Kräfteverhältnisse und Konfliktlinien nachzuzeichnen und systematisch zu berücksichtigen. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert.
Mehr über das Projekt erfahren

© Johannes Roderer

© CC by 4.0- Hüllenkrämer

Institut für Chemie / Ansprechpartner Dipl. Geogr. Michael Hüllenkrämer

SAI-Lab: Labor für nachhaltige und nützliche Innovationen

Das Sustainable Accessible Innovations Laboratory, kurz: SAI-Lab, ist ein echtes Reallabor für nachhaltige und nützliche Innovationen mit breiter aktiver Bürgerbeteiligung und vielfältigen Aktivitäten in der Zivilgesellschaft. Ursprünglich ist es aus Projekten zu Lastenrädern hervorgegangen. Im Mikro Think-Tank des SAI-Labs werden Themen der Nachhaltigkeit behandelt und vorangetrieben. Hier werden Impulse und Ideen zu Projekten für nachhaltige Entwicklung gegeben. An der TU Berlin wird hier zusammen mit der Zivilgesellschaft die Zukunft mit Aktionen, Initiativen und Kampagnen gestaltet. Mit einer "einfach zu nutzenden, digital vernetzten und ständig wachsenden Fahrradinfrastruktur an der TU Berlin" ging es im Jahr 2018 bei Wheels, Ways & Wheights los. Dazu soll die Nutzung von Fahrrädern an der TU Berlin verbessert werden und ein Angebot von freien Lastenfahrrädern in die Mobilität eingebunden werden. Die Transporte und die Beförderung auf dem TU Campus sollte fahrradfreundlicher werden. Seit dem Jahr 2019 engagiert sich das SAI-Lab - über die gesamte Breite der 17 Ziele für Nachhaltigkeit - in einem Sprektrum kreativer und kollaborativer Formate. Es ist die Plattform für Erkenntnis durch praktische Anwendung.
Mehr über das Projekt erfahren
Fachbereich Service-centric Networking / Ansprechpartner Dr.-Ing. Sandro Rodriguez Garzon

Sensafety: Gefühlte Sicherheit im urbanen Raum sichtbar machen

Die Citizen Science Initiative Sensafety ermöglicht es Bürgerwissenschaftler*innen, die gefühlte Sicherheit im öffentlichen Raum über die Sensafety App schnell und unkompliziert zu erfassen und die allgemeine Wahrnehmung dieser an Ort und Stelle unmittelbar auf einer interaktiven Karte zu untersuchen. Die Sicherheit im öffentlichen Raum ist ein wichtiger Bestandteil der urbanen Lebensqualität und somit ein hohes gesellschaftliches Gut. Das Empfinden von Sicherheit oder die Wahrnehmung einer Bedrohung, können aber aufgrund ihrer Abhängigkeit von der Situation und dem Ort nur in einem begrenzten Maß über eine persönliche Befragung vor Ort quantitativ und biasfrei erhoben werden. Ein Ziel der Citizen Science Initiative besteht darin, das urbane Sicherheitsgefühl der Bürgerwissenschaftler*innen und die orts- und situationsabhängigen Ursachen für die persönliche Wahrnehmung im öffentlichen Raum möglichst altersübergreifend, flächendeckend und zu unterschiedlichen Tageszeiten über eine App in-situ zu erfassen und die statistischen Ergebnisse im Sinne der Transparenz in aufbereiteter Form den Bürgerwissenschaftler*innen über die Sensafety App und Webseite zugänglich zu machen. Mit der dadurch gewonnenen Datengrundlage können urbane Angsträume jedweder Art und Ausprägung im öffentlichen Raum identifiziert, auf ihre Ursachen und Entwicklung hin wissenschaftlich untersucht und durch sicherheitspolitische Maßnahmen oder städtebauliche Veränderungen lebenswerter gestaltet werden.
Mehr über das Projekt erfahren

© Sensafety

© Schmeck!-Projekt

FG Politik und Governancesoziologie und FG Bildung für Nachhaltige Ernährung und Lebensmittelwissenschaft / Ansprechpartnerin Nora Rigamonti

Schmeck!

Schmeck! ist ein Pilotprojekt für qualitativ-sensorische Forschung an der TU Berlin. Das Projekt forscht rund um Fragen, wie Essen sinnlich wahrgenommen und erlebt wird. Wie schmeckt es und wie kommt es dazu? Ziel des Projektes ist es, die Vielfalt zu erkunden, in der wir essen und sich der Komplexität anzunähern, in der Speisen, Körper, Geist und Kontext dabei zusammenspielen. Dabei stehen die Fragen, wie Geschmacksvorlieben geprägt sind und wie sie sich verändern können, als bisher vernachlässigte Dimensionen in der Nachhaltigkeitsdebatte im Zentrum der Forschungsarbeit. Als Pilotprojekt startete „Schmeck!“ Ende 2018 und wird bis Ende 2021 gefördert. Die Arbeit im erweiterten Team von 25 Amateurforscher*innen wird durch 10 hauptamtliche Wissenschaftler*innen (wissenschaftliche und studentische Mitarbeiter*innen, Professor*innen sowie Expert*innen für partizipative Forschung und künstlerische Methoden) unterstützt und begleitet. Die konkrete Forschungsarbeit besteht dabei aus mehreren Phasen, die Feldforschung und verschiedene experimentelle Ansätze verbinden. Es wurden seit Projektbeginn neue Methoden der „sensorischen Ethnografie“ erarbeitet, die als „(Auto-)Gustografie“ bezeichnet werden. Zudem wurden wissenschaftliche Schmeck-Experimente entwickelt und u.a. im Museum für Naturkunde Berlin durchgeführt, die die Situiertheit des Schmeckens den Teilnehmer*innen verdeutlicht haben.
Mehr über das Projekt erfahren
Studienreformprojekt an der Fakultät IV: Planungslabor - Urban Research and Design Laboratory (2011-2017) / Kuration Dr. Paola Alfaro - d'Alençon & Dr. Nancy Couling

Streamscapes – Von der Spree zur See

Streamscapes ist ein Gewinnerprojekt des Hochschulwettbewerbes im Wissenschaftsjahr “Meere & Ozeane 2016*17” (gefördert durch BMBF und Wissenschaft im Dialog). Dozenten und Studierende der TU Berlin untersuchten die Wasserwege zwischen Berlin und der Nordsee. Über die Ansätze von Citizen Sciences wurden städtische und regionale räumliche Strukturen genauso erforscht wie die kulturellen Verbindungen zwischen den Bewohnern und dem Meer. Mit der Kombination aus „technischem“ und „endogenen“ Wissen, wurden Karten von Berlin bis zur Nordsee erstellt, um die vielfältigen Verbindungen der Bewohnerinnen zum Meer innovativ zu verdeutlichen und darzustellen. Die Umsetzung erfolgte dazu in 5 Schritten: 1.) Test-Kartierungen im Wasserraum Berlin-Spandau im Austausch mit Experten 2.) Recherche und Darstellung der technischen Daten zur Gesamtregion Berlin-Nordsee in sechs Themenbereichen 3.) Entwicklung und Bau von Werkzeugen (u.a. mobile Küche) die den Dialog mit der lokalen Bevölkerung während der Feldforschung ermöglichten 4.) Eine Feldforschung mit der lokalen Bevölkerung in drei Orten entlang des Elbe Wasserwegs (Garz a.d. Havel, Geesthacht a.d. Elbe, Brunsbüttel) ergänzte die Forschung mit lokalem Wissen jedes Einzelnen. 5.) Synthese, Entwicklung von Kartenmaterial und eines digitalen Story Map, mit Aufzeichnungen aller Interviews und Vor-Ort Aktionen. Das Projekt wurde im Format eines Lehrforschungsprojekts 14 Wochen lang im Sommersemester 2017 mit 10 Studierenden durchgeführt. Mit einem Klick auf das Bild rechts gelangen Sie zur Publikation "Narrative Cartography: Capturing a Holistic Perspective on Waterscapes".
Mehr über das Projekt erfahren

© Streamscapes

© Pexels

Fachgebiet Planungs- und Bauökonomie/Immobilienwirtschaft/ Ansprechperson Prof. Dr. Kristin Wellner

Wohnqualität - Forschen mit Kindern und Jugendlichen zur Wohnqualität in der Großwohnsiedlung

Dieses Citizen Science Verbundprojekt zur Wohnqualität in Großwohnsiedlungen startete am 1.4.2021. Projektziel ist es, Wohnqualität am Beispiel von Großwohnsiedlungen (GWS) aus einer Nutzer*innenperspektive zu beschreiben als Beitrag zur wissenschaftlichen Debatte und als anwendbares Wissen in Stadtentwicklung, Architektur, Bestandspflege und -entwicklung. Das bürgerwissenschaftliche Ziel ist, Selbstwirksamkeit junger Menschen durch die Erprobung von Methoden der Stadtforschung mit Fokus auf lokale Expertisen und junge Perspektiven zu fördern. Der aktuelle Handlungsdruck der Bestandshalter zu Neubau und Verdichtung birgt die Gefahr, dass die Planung nicht auf heutige gesellschaftliche Entwicklungen reagiert und an den Bedürfnissen der aktuellen und zukünftigen Bewohner*innen vorbeigeht sowie unterschätzte Qualitäten der GWS aushöhlt. Denn genaues Wissen über die tatsächlich erlebten Qualitäten in GWS ist bisher kaum vorhanden. Das Projekt geht gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen in Berlin Neuhohenschönhausen der Frage nach: „Was macht Wohnqualität im Allgemeinen und insbesondere in GWS aus?“.
Mehr über das Projekt erfahren

Für die Projektauswahl sowie den Inhalt dieser Seite ist unser diesjähriger Kooperationspartner des Forums Citizen Science #digital 2021 verantwortlich, die Technische Universität Berlin.